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Project Eck 2013 – Geocaching Mega-Event in Koblenz

Vom 28. – 30. Juni 2013 fand in Koblenz das Geocaching Mega Event Project Eck 2013 statt. Und da meine liebe Freundin – und zugleich allerliebste Schweizerin – Tania Williams als passionierte Cacherin hier nicht fehlen wollte, habe ich die Gelegenheit genutzt und mich mit ihr zusammen am Samstag, den 29. Juni auf den Weg ans Deutsche Eck bzw. zur Festung Ehrenbreitenstein gemacht. Ein Reisebericht über GPS-gesteuerte Dosenjagd, Seilbahnfahrten und Gummistiefel und warum sich immer auch lohnt, im eigenen Land zu verreisen.

Auf dem Weg nach Koblenz

Eigentlich sind Samstage ja die perfekte Gelegenheit lange zu schlafen und entspannt ins Wochenende zu starten. Aber besondere Ereignisse erfordern auch besondere Maßnahmen und dementsprechend waren Tania und ich auch im Zug um 10:27 Uhr ab Bonn HBF zur gemeinsamen Weiterfahrt nach Koblenz verabredet.

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Wetterfest eingepackt, Kamera und Verpflegung im Rucksack sollte es dann auch pünktlich – man glaubt es kaum – mit dem MRB 26 bis zur Station Koblenz-Stadtmitte gehen. Zug war auch nur mäßig voll und erreichte sein Ziel fast auch zur genannten Ankunftszeit.

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Von dort aus dann weiter mit dem Shuttlebus zum Deutschen Eck. So zumindest der Plan. Nur kam erstmal nichts. Und Geocacher sehen wir auch nirgendwo. Wie erkennt man die eigentlich? (dazu später mehr). Warten. Wir rauchen in der Hoffnung auf den Bus, der angeblich alle 15 Minuten fahren soll. Tania sagt, sie sei nervös, weil sie unbedingt die erste Dose des Tages finden möchte. Ich versuche in Gedanken die Geocacher-Sprache zu übersetzen. Nach eine gefühlten Ewigkeit kommt dann doch Sonderfahrt Linie 100 – gerammelt voll.

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Da waren also all die Freunde der GPS-gesteuerten Dosenjagd. Sind trotzdem noch reingekommen und 5 Minuten später werden wir am malerischen Deutschen Eck abgesetzt. Wirklich schön hier. Von der Bushaltestelle sind es nur wenige Meter bis zur Ticketausgabe des Project Eck 2013.

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Tania ist wieder etwas entspannter und als Teilnehmer der Veranstaltung kriegt man gleich eine ganze Tüte – natürlich gesponsert – mit vielen tollen Sachen. Gefällt mir.

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Koblenz – das Deutsche Eck und die Festung Ehrenbreitenstein

Das Deutsches Eck ist wesentlich eine künstlich aufgeschüttete Landzunge an der Mündung der Mosel in den Rhein und gilt als das Wahrzeichen der Stadt Koblenz. Entsprechend ist hier auch alles auf Touristen ausgelegt. Und tatsächlich mischen sich hier Geocacher, Besucher aus aller Herren Länder und Einheimische auf dem Platz zwischen dem linkrheinischen Konrad-Adenauer-Ufer und dem rechtsgelegenen Moselufer (Peter-Altmeier-Ufer) bunt durcheinander.

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Ein älteres US-amerikanisches Ehepaar macht ein Foto mit dem monumentales Reiterstandbild des Deutschen Kaisers Wilhelm I im Hintergrund. Sie sagen, dass Ihr letztes Bild von hier fast auf den Tag genau 25 Jahre zurück liegt. Im Hintergrund dudelt ein Akkordeonspieler und eine Damengruppe startet den „spontanen“ Versuch eines Harlem Shake. Funktioniert aber nicht so ganz. Wie dem auch sei, am Deutschen Eck befindet sich auch die große Bühne des Project Eck 2013, auf der an den Abenden die jeweiligen Veranstaltungen durchgeführt werden. Haben wir leider nicht besucht, soll aber gut gewesen sein. 🙂

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Für uns geht es zunächst darum, den Weg zur Seilbahn zu finden. Denn wir dürfen mit unserem Ticket auch noch eine kostenlose Hin- und Rückfahrt mit der größten Seilbahn außerhalb der Alpen machen. Mit der kommt man nämlich vom Deutschen Eck hoch zur Festung Ehrenbreitenstein.

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Die Festung gegenüber der Moselmündung bei Koblenz ist die zweitgrößte Festungsanlage in Europa, wobei sich diese Befestigungen in der Gegend rund um Koblenz recht häufig finden. Ursprünglich war Ehrenbreitenstein noch nicht einmal die größte Anlage dieser Art.Errichtet wurde Ehrenbreitenstein im 16. Jahrhundert. Ursprünglich befand sich die Befestigungsanlage in kuterischer, später in preußischer Hand. Ihren Namen trägt sie aufgrund der Lage auf einem 118 Meter hohen Bergsporn, dessen ziemlich schroffe Felshänge im Koblenzer Stadtteil Ehrenbreitstein in das Rheintal auslaufen. Dadurch musste zu dieser Zeit tatsächlich auch nur der Hügelrücken zum Plateau im Nordosten verteidigt werden. Dementsprechend finden sich hier auch zwei bis zu 5 Meter tiefe und 15 – 25 Meter breite Gräben sowie Wälle mit bis zu 3 Metern dicken Außenmauern, die ganze Reihen von Kanonenscharten aufweisen. Stellenweise haben wir 3 übereinander gezählt. Müssen wilde und umkämpfte Zeiten gewesen sein.

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Heute geht es dort aber etwas friedlicher zu und die Festungsanlage befindet sich im Besitz des Landes Rheinland-Pfalz, welches hier das Landesmuseum Koblenz, die Koblenzer Jugendherberge, das Ehrenmal des Deutschen Heeres sowie verschiedene Verwaltungsstellen hingesetzt hat. Seit 2002 ist das gesamte Gelände auch Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal bzw. darf sich inzwischen auch geschütztes Kulturgut nach der Haager Konvention nennen. 2011 wurde dann im Rahmen der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz das Vorgelände, der Festungsplatz und die Fassaden der Festungsbauwerke vollständig renoviert. Und gerade das Vorgelände bietet mit seiner weitläufigen Vielfalt ideale Bedingungen für das heutige Geocacher Mega-Event.

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Wir nehmen also eingangs genannte Seilbahn und gondeln uns nach oben. Immerhin dürfen wir ja mit unserem Ticket 1x umsonst rauf und runter fahren. 😉 Auf dem Festungsgelände angekommen sind wir erstmal erstaunt. Laut Angaben der Veranstalter haben sich für den heutigen Samstag 5612 Teilnehmer angesagt. Und trotz vieler Menschen, wirkt es hier alles andere als voll. Bevor wir das Mega-Event loggen, möchte Tania aber zunächst noch ihren Coin abholen. Gesagt, getan. 🙂

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Project Eck 2013 – Geocaching Mega Event in Koblenz

(…) und dann wird es ernst. Nachdem wir uns etwas auf dem Gelände orientiert haben, gilt es den ersten “Fang des Tages” zu machen. Noch kein Geocache im eigentlichen Sinne, aber immerhin wollen wir unsere Teilnahme am Geocaching Mega-Event auch loggen. Nach einigen Minuten Fußmarsch durch das Festungsgelände – das wirklich ziemlich groß ist – finden wir die Tafeln, auf denen man sich verewigen kann. Lassen wir uns – und so ziemlich alle anderen 5612 Teilnehmer wohl auch – natürlich nicht nehmen. Siehe dazu auch den folgenden Foto-Beweis (sucht nach unseren geocaching.com-Usernamen: MissDalmuti und targi42). Tania sieht es gelassen und obwohl ich mir das irgendwie spektakulärer vorgestellt habe, freue ich mich über den ersten  Geocache meines Lebens. War aber auch nicht wirklich schwer. Immerhin, direkt ein Mega-Event ist auch nicht schlecht. 😉

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Noch ein paar Worte zum Project Eck 2013: Die Veranstalter geben auf Ihrer Website und im Programmheft an, dass die Idee für dieses Event in Koblenz bereits seit 2010 besteht und nachdem man mit den Anlagen und Sanierungen für die Bundesgartenschau 2011 auch eine entsprechende Infrastruktur auf der Festung Ehrenbreitenstein zur Verfügung hatte, konnte man die Stadt Koblenz letztendlich ach für die Idee der Durchführung einer solchen Veranstaltung gewinnen. Und bei über 5.500 Teilnehmern scheint das Organisations-Team auch nicht so falsch gelegen zu haben.

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Dabei setzt sich das 3-tägige Event streng genommen aus vielen kleinen Einzelveranstaltungen zusammen. Neben dem eigentlichen Geocaching und der zuvor erwähnten Bühne für das Abendprogramm gab es am heutigen Samstag auch zahlreiche Führungen, Lesungen, einem kleinen Marktplatz auf dem man Zubehör/Material kaufen konnte und vor allem eine ganze Reihe von Spielen (nicht nur) rund um das Thema Geocaching. Beispiele gefällig? Petling-Weitwurf,  Frisbeegolf, Petling Angeln, Genauigkeitsmessung usw. Hatte stellenweise etwas von Kindergeburtstag – für große UND kleine Kinder. 🙂 Und schön, dass im Verlauf des Tages auch das Wetter mitspielt, das sich am morgen noch als eher grau und regnerisch erwiesen hatte.

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Auf zur GPS-gesteuerten Dosenjagd

Aber genug der einleitenden Worte, immerhin waren wir ja auch wegen Geocaching hier.  Also auf zu ersten Dose. Der Begriff Geocaching ist eine Zusammensetzung des griechischen γῆ (gesprochen: gē – dt.: Erde) und dem englischen cache (dt.: geheimes Lager“). Wesentlich bezeichnet es eine elektronische Form der Schnitzeljagd bzw. Schatzsuche, die mit Hilfe eines GPS-Empfängers betrieben wird. Gesucht werden dabei Verstecke – daher auch der Name -, die sogenannten Geocaches (kurz: Caches), die anhand geografischer Koordinaten online veröffentlicht und anschließend mit Hilfe eines GPS-Empfängers gesucht werden können. Geocacher sehen die Welt bzw. Umgebung also vor allem anhand von GPS-Koordinaten. Im Falle des heutigen Events in Koblenz wäre also von N 50° 21.860 E 007° 36.860 zu sprechen. 😉 Ich lerne während des Tages auf der Festung Ehrenbreitenstein: Erfahrene Geocacher tragen ihren GPS-Empfänger mit einem Karabiner-Haken direkt in Griffweite am Trageriemen ihres Rucksacks.

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(Anmerkung: Streng genommen wäre mit Hilfe von sehr genauen Landkarten auch eine Suche ohne GPS-Hilfe möglich. Soweit ich weiß, wird diese Variante aber von keinem Geocacher wirklich genutzt). Klingt zunächst wenig aufregend, erhält seinen Kick vor allem aber dadurch, dass man trotz der bekannten Koordinaten den jeweiligen Cache an der Position erst einmal finden muss. Und die sind in der Regel auch ziemlich gut versteckt. Wobei aufgrund der vielen Teilnehmer des Mega-Events auf der Festung Ehrenbreitenstein nicht wirklich von Suchen, sondern eher von Schlange stehen zum loggen der jeweiligen Dose angesagt war. Nicht umsonst wurden für die Zeit des Project Eck 2013 auch viele Caches temporär deaktiviert.

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Ein Cache besteht zumeist aus einem wasserdichten Behälter, liebevoll Dose genannt, welcher ein Logbuch sowie verschiedene kleine Tauschgegenstände beinhaltet. Wobei eine solche Dose recht unterschiedliche Größen aufweisen kann. Der Finder bzw. Besucher trägt sich nach dem Fund dann in ein Logbuch ein (handschriftlich mit einem Stift/Kugelschreiber, Fortgeschrittene nutzen einen kleinen Taschenstempel mit Namen und Datum) und dokumentiert auf diese Weise seine erfolgreiche Suche.

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Anschließend sollte der Geocache wieder möglichst genau an der Stelle versteckt werden, an der er gefunden wurde. Wesentlich dem gesamten Vorgang ist, dass von andere Personen vor Ort das Vorhaben nicht erkennen und der Cache so Uneingeweihten (in Anlehnung an die Harry Potter-Bücher auch Muggel genannt) verborgen bleibt.

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Zum Schluss (dank der moderner Smartphones aber inzwischen auch parallel) kann der Cache-Fund im Internet auf der zugehörigen Website vermerkt und gegebenenfalls durch Fotos ergänzt werden. So können auch andere – insbesondere der Eigentümer (engl.: Owner) – die Geschehnisse rund um den Geocache verfolgen. Jeder Cache trägt dafür einen eigenen sogenannten GC Code, eine jeweils individuelle Identifikationsnummer, mit der er online gefunden werden kann. Diese beginnt immer mit den beiden Buchstaben GC und wird dann mit alphanumerischen Zeichen (Buchstaben und Zahlen) ergänzt. Im Falle des Events Project Eck 2013 lautet dieser Code: GC3TECK bzw. GC4ETP.

Koblenz - ProjektEck 2013 - 29. Juni 2013 - www.reise-berichten.de - Screenshot www.geocaching.com

Fazit des Project Eck 2013

Am Ende des Tages haben wir insgesamt 11 Dosen geloggt und insgesamt einen ziemlich entspannten Tag in Koblenz verbracht. Viel an der frischen Luft gelaufen, einige nette Leute kennen gelernt und 2 Mal mit der Seilbahn gefahren. Und tatsächlich mussten wir bei einigen etwas außerhalb gelegenen Caches auch rein ins Gelände. Inklusive schlammigen Waldwegen, Suchen im Gebüsch und verdreckten Klamotten. Und da liegt eigentlich auch der wirkliche Spaß an der Sache. Finde ich zumindest. Nachdem wir dann den ganzen Tag auf dem Festungsgelände unterwegs waren, lassen wir den Tag am späten Nachmittag mit einem Blick von der Festung auf Koblenz und das Deutsche Eck ausklingen. Ich kaufe mir auf dem Markt eine Ausgabe des Geocaching-Magazins mit Schwerpunkt New York. Auch dort gibt es natürlich noch viele Dosen zu bergen und der nächste Trip in den Big Apple will ja auch gut geplant sein.

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Mit der Seilbahn geht es anschließend wieder ins Tal. Eine Geocacherin erzählt uns noch von einem Cache zwischen Seilbahnstation und Deutschem Eck, der von einem Freund von ihr gelegt worden sei. Nehmen wir auf dem Weg zum Shuttlebus noch mit und dieser bringt uns – nach einigen Umwegen über diverse Park & Ride-Parkplätze im Koblenzer Stadtgebiet wieder zum Bahnhof. Und auch die Bahn ist relativ pünktlich, sodass wir gegen 20:00 Uhr ziemlich KO wieder in Bonn bzw. Köln landen. Schöner, entspannter Ausflug. Auf baldige Wiederholung. 🙂

Weitere Infos zum Geocaching und dem Project Eck:

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